NSTT Wolfsburg Nachbericht

Liebe Mitglieder ,

ein langes Schuljahr liegt hinter uns, aber in puncto Theater zumindest ein sehr erfreuliches, denn nach 15 Regionaltreffen mit 56 interessanten Bewerbungenstellten sich die 11 ausgewählten Gruppen auf dem diesjährigen 18. Niedersächsischen Schülertheatertreffen in Wolfsburg Ende Juni gegenseitig ihre Produktionen vor, diskutierten darüber und erweiterten ihre Spielpraxis bei einem eintägigen Workshoptag. Ausrichter war wie alle zwei Jahre im Auftrag des Kultusministeriums unser Fachverband Schultheater-Darstellendes Spiel Niedersachsen e.V., in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Ratsgymnasium Wolfsburg. Viele helfende Hände aus der Schüler- und Lehrerschaft, die dieses Treffen möglich machten, erlebten wie ihre Gäste wieder einmal Theater als eine Gemeinschaftsarbeit – auf, hinter und vor der Bühne.

Nach der offiziellen Eröffnung des Festivals durch Herrn Stagge, als Vertreter des Kultusministeriums, und Herrn Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, führte der Kindergarten in Osloß das Märchen Amelina oder: Wie eine Prinzessin die Sprache findet auf und zeigt, mit welcher Spielfreude schon die Kleinen an das Theaterspielen (hier sogar mit speziell für sie komponierter Musik) herangehen und für den gesamten Kindergarten ein Projekt bewältigen können.

In der eindrucksvollen szenischen Collage Time zum Thema Zeit mit einer bunten Mischung aus körpersprachlichem Agieren, einer starkenTanz-Choreographie einer Zeitmaschine, nachdenkenswerten Texten und der Einbeziehung des Publikums präsentierte sich der 10.Jahrgang Darstellendes Spiel des Ratsgymnasiums Wolfsburg am ersten Abend.

Der Dienstag stand für Schüler -Workshops zur Verfügung , die mit Themen wie Bühnenbild, dem Erstellen von mit dem Handy gefilmten Clips, Grundlagen des Tanztheaters, biographischem Theater, Theater (fast) ohne Worte, Kostümdesign und einem Workshop für die Allerkleinsten Jahreszeiten und Gefühlebzw. dem Bau einer Dornröschen-Puppenspielfigur und deren Bespielen vielfältige Anregungen zur eigenen Theaterarbeit boten.

Zum ersten Mal trafen sich am Dienstag, den 24.6. auch 65 Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen in der Autostadt Wolfsburg, um sich selbst im Bereich Darstellendes Spiel auf einem wahlweise ein- oder zweitägigen FachtagDarstellendes Spielfortzubilden, unterstützt von der anregenden Atmosphäre der Autostadt und gefördert von der Inszenierten Bildung dieser Institution. Dieser Fachtag, vom Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung und vom Fachverband Schultheater Niedersachsen gemeinsam organisiert, sollte Lehrkräften die Möglichkeiten bieten, das Thema des Schultheaters der Länder 2015 Forschendes Theatervorzubereiten und gleichzeitig Anregungen für die Spielpraxis durch die Aufführungen des Niedersächsischen Schülertheatertreffens zu gewinnen. Dies wurde allgemein begrüßt, wird aber bei der nächsten Veranstaltung auf dem 19. Niedersächsischen Schülertheatertreffen in Göttingen 2016 noch stärker durch Gesprächsrunden organisatorisch zu unterstützen sein.

Am Abend des Workshop-Tages zeigte das Theodor-Heuß-Gymnasium Göttingen Jeanne nach der Vorlage von Jean Anouilh, mit dem sie in diesem Jahr im September für das Schultheater der Länder als Beitrag Niedersachsen ausgewählt wurden. Auch hier überzeugte eine Choreographie verschiedenster theatraler Mittel, die immer wieder den Bezug zu den Schülererfahrungen suchte.

Zwei sehr unterschiedliche Grundschul-Inszenierungen, die von den Zuschauern wechselweise besucht wurden, zeigten die Spielfreude und mitreißende gute Laune dieser Altersstufe, wenn es ideenreich um den Wunsch nach Ferien ging (Schuhferien / Grundschule Klenkendorfer Mühle Gnarrenburg) und die eigene Persönlichkeit per Improvisation vorgestellt wurde (Das bin ich / Janosch Grundschule Augustfehn).

Klatsch des WPU-Unterrichts Kl.8 und 9 der IGS Bovenden setzte sich mit dem Thema Mobbing abwechslungsreich auseinander und hielt den meist jugendliche Zuschauern im wahrsten Sinn des Wortes den Spiegel vor, eine selbst entwickelte Collage passend für diese Altersstufe.

Am Abend dann Elektra der Theater-AG des Gymnasiums an der Vechte aus Emlichheim, eine die Schüler berührende Inszenierung, die v.a. durch ihre präzise Sprechgestaltung hervorstach.

Der Donnerstag begann mit beeindruckender Live-Musik der Revue zur Freiheit des Campe-Gymnasiums Holzminden und versuchte eine Annäherung an unterschiedliche Facetten des Freiheitsbegriffs.

Die Eichenschule Scheeßel gestaltete das zweite Stück des Vormittags mit Ballon im Kopf der Theater-AG der 5.Klassen, einer mit wenigen Mitteln auskommenden fröhlichen Zirkusvorstellung, die von zwei verwirrten älteren Damen bestimmt wurde.

Von der gleichen Schule, nur vom Kurs Darstellendes Spiel 12.Jg. , wurde am Nachmittag in Leben heißt Veränderung die Neigung zu existenziellen Fragen junger Menschen vor dem Abitur thematisiert und mit ideenreicher, ästhetischer Gestaltung nach Antworten gesucht. Am Abend spielte eine Band der Neuen Schule Wolfsburg zum Abendessen in der Jugendherberge auf, entließ aber bald die Schüler zum Fußballerlebnis der WM-Begegnung Deutschlands und der USA.

Den Abschluss am Freitag bildete das Artland-Gymnasium Quakenbrück, das sich in kurzen Szenen mit dem Leben des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum beschäftigte und seine Persönlichkeit anhand der bedrohlichen Fluchtsituation, der dieser Maler in der NS-Zeit ausgesetzt war, aufzuspüren versuchte.

Mit der Präsentation des Festival-Films, einer Gesangsdarbietung und den Danksagungen an Beteiligte und Organisatoren ging die Woche der gemeinschaftlichen Theater-Erlebnisse, der unterschiedlichsten ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten, der offenen Reflexion des Gesehenen zu Ende. Unser Dank gilt allen Spielleiterinnen und Spielleitern für ihren gerade in Zeiten der zunehmenden Belastung nicht zu unterschätzenden Einsatz. Dank verdient aber auch das erfreuliche finanzielle und organisatorische Engagement der Stadt Wolfsburg und auch das der anderen Sponsoren, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Erfreulich ist, dass sich Göttinger Mitglieder des Fachverbandes (Jutta Rehpenning und Claus Schlegel) schon bereit erklärt haben, vom 23.-27.Mai 2016 das Festival in ihrer Stadt zu organisieren.

Noch einige Notizen zur Verbandsarbeit:

  • Im nächsten Schuljahr werden wir uns zunächst mit einem Workshop mit Manfred Hüttmann dem nächsten SDL-Thema Forschendes Theater speziell für Grundschulen zu nähern versuchen. Dies wird aber auch noch einmal für alle anderen Schulformen vertieft werden.

  • Die Bestrebungen, auch für Niedersachsen ein Kerncurriculum für das Fach Theater/ Darstellendes Spiel zu erarbeiten, sind wegen der Vorstöße des NLQ Hildesheim in Hannover angekommen. Wir hoffen auf eine Kommission ab Herbst dieses Jahres.

  • Leider sind hauptsächlich nicht im Fachverband organisierte Teilnehmer/innen zum Fachtag erschienen. Wir bitten alle Mitglieder, noch einmal Kolleginnen und Kollegen des Faches wegen einer Mitgliedschaft anzusprechen. Nur ein starker, von möglichst vielen unterstützter Fachverband kann etwas bewirken und organisieren. Für unsere Verbandsarbeit suchen wir engagierte Unterstützer.

  • Bitte vormerken: Die nächste Mitgliederversammlung findet im Herbst in Hannover wieder wie gewohnt im Pavillon am Raschplatz statt, auf dem wir ausführlicher über die Verbandsarbeit berichten werden. Die Einladungen werden per Newsletter verschickt.


Für den Vorstand: Ute Schneider, Geschäftsführerin des Fachverbandes Schultheater-Darstellendes Spiel Niedersachsen e.V.

NSTT 2014

Vom 23. - 27.06.2014 in Wolfsburg

Es ist wieder soweit: Vom 23. – 27.06.2014 findet unser zweijährliches Schultheaterfestival, das Niedersächsische Schülertheatertreffen (NSTT) statt. Die Stadt Wolfsburg öffnet im nächsten Jahr für ca. 250 Schülerinnen und Schüler die Pforten, die in der Volkswagenstadt ihre Stücke einem breiteren Publikum zeigen, sich miteinander austauschen und in Workshops fortbilden wollen. Die Theatergruppen werden hierzu ab Anfang Februar 2014 ausgewählt und dürfen sich freuen, mit Unterstützung des Landes Niedersachsen dieses Festival mitgestalten zu können. Das Treffen soll einen Überblick über den aktuellen Stand des Schultheaters in Niedersachsen geben.

 

Die Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule und das Ratsgymnasium Wolfsburg haben sich bereit erklärt, das zentrale Abschlusstreffen des NSTT 2014 durchzuführen.

 

Im Februar und März 2014 finden aber zunächst die Regionalen Schülertheatertreffen (RSTT) statt. Hierzu suchen wir wieder engagierte Lehrkräfte im Land, die mit ihren Kolleginnen oder Kollegen solche Zusammenkünfte organisieren, bei denen – neben der Auswahl für das NSTT – vor allem der Austausch zwischen den Theatergruppen einer Region über Arbeitsweisen und Spielansätze im Mittelpunkt stehen sollte. Wir möchten Schultheatergruppen aller Schulformen und auch freie Gruppen ausdrücklich ermutigen, sich eines der regionalen Treffen auszuwählen, um daran teilzunehmen. Wir verzichten bewusst auf eine thematische Eingrenzung. Selbstentwickelte Stücke, Collagen und Bearbeitungen von Spielvorlagen sind möglich. Natürlich geht es darum, Ergebnisse zu präsentieren, aber auch Zwischenergebnisse und Probeneinblicke sind sehenswert. Ein Gespräch zwischen Schülerinnen und Schülern und auch zwischen Lehrkräften bzw. Spielleitern sollte auf jeden Fall stattfinden und ermutigen, sich mit unterschiedlichen Eindrücken zum eigenen Stück auseinanderzusetzen.

 

Wir möchten euch einladen, euch beim Fachverband Schultheater – Darstellendes Spiel Niedersachsen e.V. zu bewerben (Näheres demnächst hier) und damit am Regionaltreffen in einer Schule der jeweiligen Region teilzunehmen oder es vielleicht selbst zu organisieren.

 

Die Mitglieder der Theatergruppen müssen überwiegend Kinder und/oder Jugendliche im Schüleralter sein. Wichtig: Die Aufführung oder der gezeigte Ausschnitt aus der Aufführung soll nicht länger als 30 Minuten dauern. Die Teilnahme von Schulgruppen gilt als Schulveranstaltung.

 

Ein regionales Treffen dauert in der Regel von etwa 9.00 Uhr bis spätestens 14.00 Uhr. Die aktiven Teilnehmer sollen an der gesamten Veranstaltung teilnehmen, jüngere Gruppen natürlich nur im Rahmen des Zumutbaren. Die Kosten für die Anfahrt zu den Regionaltreffen und evtl. für den Transport von Kulissen usw. müssen leider von den teilnehmenden Gruppen selbst getragen werden. Essen und Getränke werden den Teilnehmern am Veranstaltungsort zum Selbstkostenpreis angeboten.

 

Wolfsburg freut sich! Wir freuen uns auf Wolfsburg!

Stefanie Westphal / Sabine Köckeritz / Ute Schneider, Organisationsteam des Fachverbandes für das NSTT 2014